Jahresauswertung 2019 des Registers Steglitz-Zehlendorf

Im Jahr 2019 dokumentierte die Registerstelle 179 Vorfälle im Bezirk. Das sind 43 Vorfälle weniger als im Jahr zuvor. Die meisten Vorfälle wurden im Ortsteil Steglitz 59 (2018: 60), gefolgt von Zehlendorf 39 (2018: 73 ) und Lichterfelde 32 (2018: 23 ) erfasst. Im Monat Mai kam es zu den meisten Vorfällen (21), was auf die Aktivitäten im Wahlkampf der Europawahl zurückzuführen ist. Die Zahl der Angriffe nahm mit 10 im Jahr 2019 leicht zu (2018: 8). Es lässt sich in den vergangenen drei Jahren ein Anstieg beobachten, so hat sich die Anzahl der Angriffe seit 2017 (5) mehr als verdoppelt. Dennoch kommt sie nicht an die Höchstzahl im Jahr 2016 heran (15). Mit 19 Bedrohungen/Beleidigungen/Pöbeleien bleibt die Zahl weiterhin hoch.

Rassismus bleibt mit 70 Vorfällen das häufigste Tatmotiv. Besonders die dokumentierten Angriffe sind in erster Linie rassistisch motiviert. Ebenso bleibt die Anzahl der Vorfälle, deren Hintergrund Rechte Selbstdarstellung ist, mit 45 Vorfällen hoch (2018: 78). Besonders stark gestiegen sind Vorfälle, deren Hintergrund NS-Verharmlosung ist, sprich Hakenkreuze, Hitlergrüße etc. Es ereigneten sich 32 Fälle von NS-Verherrlichung (2018: 20), was einen Anstieg von 60% bedeutet. Im Vergleich dazu wurden in Marzahn-Hellersdorf im Jahr 2019 nur 27 NS-Verharmlosende Vorfälle dokumentiert.

Der Großteil der dokumentierten Vorfälle waren Vorfälle, die im öffentlichen Raum stattfanden. Von einer Dunkelziffer, die bei allen Kategorien hoch sein dürfte, ist daher gerade in abgeschlossenen Räumen, wie dem Wohnumfeld, Behörden, Schulen, Uni-Alltag etc. auszugehen. Felder in denen Betroffene von mehr Vorfällen berichten als sie selbst melden sind u.a. Behindertenfeindlichkeit, Obdachlosenfeindlichkeit, Antiziganismus, Anti-Schwarzer Rassismus und Vorfälle, die sich gegen LGBTIQ* richten.