August 2020: Halbjahres-Auswertung 2020 des Lichtenberger Registers erschienen

https://berliner-register.de/sites/default/files/Register_Auswertung-Halbjahr_2020-web.jpgIm August ist die Halbjahres-Auswertung für das 1. Halbjahr 2020 erschienen. Die Corona-Bedingungen haben auch Auswirkungen auf die extrem rechte Szene in Lichtenberg:

"Trotz der Auswirkungen der Corona-Pandemie und der damit zusammenhängenden zeitweisen Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen sind die Register-Zahlen im ersten Halbjahr 2020 deutlich angestiegen.
Mit 146 Vorfällen von Januar bis Juni 2020 wurden etwa 25% mehr extrem rechte Aktivitäten gemeldet (1. HJ 2019: 118).

Das ist bemerkenswert, weil im Beobachtungszeitraum des Vorjahres eine Europa-Wahl stattfand und damit ein aktiver Propaganda-Wahlkampf mehrerer extrem rechter Parteien verbunden war.
Die Register-Vorfälle für dieses Jahr zeigen vor allem einen deutlichen Anstieg der geklebten und gesprühten extrem rechten Propaganda. Der Anstieg trat besonders stark in den Monaten Mai und Juni hervor. Thematisch ging mit der Diskussion um die Einschränkungen während der Pandemie eine thematische Verschiebung bei der Propaganda einher. Der extrem rechte Hass richtete sich vermehrt gegen politische Gegner_innen, teils antisemitische Verschwörungserzählungen erlebten eine erhebliche mediale Verbreitung aber auch positive Bezüge auf den Nationalsozialismus wurden offener geäußert.
Insgesamt 122 Fälle extrem rechter Propaganda (1. HJ 2019: 64) wurden gemeldet. Damit hat sich die Zahl nahezu verdoppelt. Damit ging einher, dass in den meisten anderen Kategorien starke Rückgänge oder sogar gar keine Meldungen zu verzeichnen waren. Es fanden neun Angriffe (1. HJ 2019: 12) und 12 Bedrohungen/Beleidigungen/Pöbeleien (1. HJ 2019: 19) statt. Etwa vier mal im Monat wurden im Bezirk Menschen meist aus rassistischen Motiven angegriffen oder beleidigt.
Lichtenberg Mitte war mit 71 Vorfällen (1. HJ 2019: 53) erneut zentraler Aktionsort der lokalen extrem rechten Akteure. Allerdings gab es auch hier regionale Verschiebungen. Besonders häufig wurden große Mengen von Aufklebern zwischen Karlshorst und Rummelsburg gefunden."

Die gesammelten Zahlen sind hier online nachzulesen oder gedruckt über register[at]licht-blicke.org zu bestellen.

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