30. November 2018: NPD und "Der III. Weg" steigern Aktivitäten

Im November haben die beiden aktivsten neonazistischen Organisationen in Lichtenberg - die NPD und "Der III. Weg" - ihre Aktivitäten gesteigert. Sie beschränkten sich dabei auf Aktivitäten, von denen sie sich ein (Skandal)Presseecho oder eine positive Resonanz aus der Bevölkerung erhofften.

NPD
Bei der NPD ist das inzwischen nur noch die "Schutzzonen"-Kampagne. Dabei patroullieren Neonazis mit Warnwesten an öffentlichen Bahnhöfen oder im Umfeld von Flüchtlingsunterkünften und bereiten diese Aktionen medial auf. Die Aktion wird von den Neonazis inszeniert, als wenn die Polizei nicht mehr in der Lage wäre, mit einer angeblich durch Flüchtlinge gestiegenen Gewalt in den Städten umzugehen, daher bräuchte es Bürgerwehren um die (deutsche) Bevölkerung zu schützen. Primär ist das Ziel jedoch, mit einer Presseberichterstattung die eigene Partei wieder wahrnehmbar zu machen.
Die Aktionen finden vereinzelt statt und werden auf einer bundesweiten Facebook-Seite der NPD dokumentiert. Beteiligt sind in Lichtenberg meist drei Neonazis.

Der III. Weg
Wie schon in den vergangenen Jahren versucht sich die Neonazipartei mit der "deutschen Winterhilfe" ein soziales Image zu verpassen. Die Kampagne ist angelehnt an das "Winterhilfswerk" im Nationalsozialismus. In diesem Rahmen wurden im November Spenden an deutsche Obdachlose in Lichtenberg verteilt. Darüber hinaus verteilte die Partei laut eigener Aussage mehrere tausend Flugblätter in Hohenschönhausen. Rund um den Prerower Platz und die Falkenberger Chaussee wurden diese von Anwohner_innen gemeldet.
Auf einer Kriegsgräberstätte im Bezirk fand zudem ein sog. "Heldengedenken" der Neonazis statt. Die Partei machte mit allen ihren Aktionen klar, dass sie in der Tradition des historischen Nationalsozialismus steht.

Mit jeweils vier Aktionen der NPD und des "III. Weg" gab es eine Steigerung im Blick auf die Vormonate.