Zwischenauswertung der Register (August 2015)

Angriffe auf geflüchtete Menschen und deren Unterkünfte sind täglich in der Presse. Auch bei den Berliner Registern wurde nachgefragt, ob die bisher dokumentierten Vorfälle einen Anstieg rassistischer Gewalt aufzeigen. Um dies zu überprüfen haben wir unsere Zahlen mit Stand bis zum 23.08.2015 ausgewertet. Diese Zahlen sind nur vorläufig, denn im Verlauf des Jahres wird es Nachmeldungen geben und einen Abgleich mit den Fällen, die unsere Kooperationspartner dokumentiert haben.

Wesentliche Tendenz aus den ca. 700 bisher dokumentierten Vorfällen ist, dass rassistische Vorfälle weiterhin zunehmen, stattdessen rücken andere Inhalte der extremen Rechten in den Hintergrund (z.B. NS-Verharmlosung). Unter den rassistischen Vorfällen sind 117 Veranstaltungen (Demonstrationen, Kundgebungen, Mahnwachen) dokumentiert. Das sind doppelt so viele, wie im vergangenen gesamten Jahr 2014. Unter diesen Veranstaltungen sind die montäglich stattfindenden Demonstrationen von "Bärgida", der sogenannten Bürgerbewegung Marzahn-Hellersdorf und regelmäßige Mahnwachen im Allendeviertel. Sie richten sich gegen Geflüchtete, deren Unterbringungen und gegen Muslime. Die Mobilisierungen münden nur selten in direkter Gewalt. Lediglich an der Containerunterkunft in Marzahn und an der Grenze zwischen Weißensee und Lichtenberg sind lokale Schwerpunkte rassistischer Angriffe erkennbar.

Die Zwischenauswertung enthält Übersichten zu ganz Berlin und zu einzelnen Stadtbezirken (mit Ausnahme von Reinickendorf und Steglitz-Zehlendorf, wo sich Register im Aufbau befinden). Eine Auswertung für das gesamte Jahr 2015 ist für Anfang März 2016 geplant.