Solidarität mit Irmela Mensah-Schramm

Seit der Gründung der Berliner Register begleitet Irmela Mensah-Schramm unsere Arbeit und bereichert unsere Statistiken mit ihren Beobachtungen im öffentlichen Straßenland.
Noch nie hat sie es beim reinen Beobachten gelassen. Schon immer zählte der Potest gegen menschenfeindliche Veranstaltungen zu ihren Aktivitäten. Immer wieder war sie dabei Anfeindungen und Bedrohungen ausgesetzt.

Am 27. Mai 2018 wurde sie bei einem solchen Protest von der Polizei festgenommen. Die Polizei behauptete in einer anschließenden Pressemitteilung, dass es zu Widerstandshandlungen gekommen sei. Irmela widerspricht dieser Darstellung vehement.

Wir veröffentlichen an dieser Stelle ihre Pressemitteilung:
Pressemitteilung 27.05.2018
Zu meiner Festnahme noch vor der für 12.00 Uhr angemeldeten AfD – Demonstration in Berlin am Washingtonplatz
Hiermit möchte ich auch klarstellen, dass die Polizeimitteilung - auch auf Twitter- nicht der Wahrheit entspricht!

Da es bekanntlich unmöglich gemacht wird durch die zahlreichen Absperrungen der Polizei, dass man u.U. die Gegendemo wegen Terminverpflichtungen vorzeitig verlassen möchte oder muss, habe ich mir vorgenommen mit meinem Plakat „A – bartig. F – ies, D- dämlich“ schon vor Beginn der AfD-Versammlung mich davor hinzustellen.

Nachdem AfD–Ordner erfolglos versucht hatten, mich zu verjagen, holten sie einen Polizisten. Der erlaubte mir stehen zu bleiben.
Kurz darauf kamen zwei Beamtinnen mit der „Antikonflikt“-Weste auf mich zu und wir einigten uns, dass ich auf der anderen Seite der schmalen Taxizufahrtstraße vor der Bauabsperrung am Bahnhof bis 12.15 Uhr stehen darf.
Es war gerade 11.48 Uhr und da kamen 3 Polizisten auf mich zu und erteilten mir einen Platzverweis. Ich habe 2 mal laut und deutlich darauf hingewiesen, dass es mit den Polizeikolleginnen so abgesprochen worden ist. Ich zeigte in die Richtung, wo die beiden Polizistinnen hin gegangen sind.

Anstatt zu ihnen Kontakt aufzunehmen bedrängten sie mich, fingen an mich schubsend zu schieben. Einer packte mich grob am linken Oberarm. Auf meine mehrfache Aufforderung mich loszulassen, verdrehten sie mir erst einen, dann beide Arme nach hinten. Nachdem ich bei diesem Gerangel zu Boden gegangen bin, zerrten sie mich brutal hoch und legten mir grob Handschellen an. Dies sogar so, dass meine Tasche einbezogen wurde, was den schmerzenden Klemmdruck verstärkt hatte.
Alle drei Polizisten wirkten extrem aggressiv gegen mich!

Ich musste lange warten, bis ich dann erfuhr, dass ich zur Gefangenensammelstelle in die Kruppstraße gefahren werde.
Dort passierte mir Unglaubliches: Mir wurde auch erklärt, dass ich dem Haftrichter vorgeführt werde. Danach erfolgten die „erkennungsdienstlichen Maßnahmen“. Ich wurde wie eine „Schwerverbrecherin behandelt!
-Ich musste ins Röhrchen pusten (Alkoholtest) Ergebnis tatsächlich ‚0.00’
-es wurden ein Videobild von mir angefertigt
-12 Fotos von allen Seiten wurden angefertigt
-es wurde ein digitaler Fingerabdruck von mir gefertigt (rechter Zeigefinger)
-es wurden von allen 10 Fingern einzeln und dann beide Hände nochmals mit schwarzer Farbe Abdrücke gemacht

Eigentlich wollte ich nach meiner kurzen Aktion nach 12.15 nach Velten fahren wollte, um dort das Flüchtlingsfeindliche Graffito zu verändern, beim „refugees not welcome“ das „not“ in ein Herz mit rotem Farbspray sprayen.
Nun hatte man bei mir so „gefährlichen Frau“ auch mein Werkzeug, den Zeranfeldschaber gegen die Sticker und das Farbspray entdeckt und mich offensichtlich einer „schweren Straftat“ überführen wollen!
Erst um 17.10 Uhr kam ich frei.

Diese Vorgehensweise ist ein Skandal gegen meine Person und ich werde gegen die Einsatzleitung eine Dienstaufsichtsbeschwerde und gegen die Polizeibeamten eine Strafanzeige wegen ‚Falscher Verdächtigung’ und Körperverletzung“ erstatten!