Horst Wessel

Horst Wessel (1907-1930) war ein SA-Sturmführer in Berlin. Nach seinem Tod wurde das von ihm verfasste  sogenannte Horst-Wessel-Lied zum Parteilied der NSDAP. Bereits ab 1922 war er Teil der Bismarckjugend der nationalkonservativen Deutschnationale Volkspartei (DNVP) und beteiligte sich an Übergriffen auf politische Gegner_innen. 1926 wurde er Mitglied der NSDAP und ihrer Sturmabteilung (SA) und agierte u.a. in den Bezirken Prenzlauer Berg und Friedrichshain. Ab 1928 stieg Wessel zu einer Kaderfigur der SA auf. Im Januar 1930 wurde Wessel von dem KPD-Mitglied Albrecht Höhler angeschossen, worauf er verstarb. Nach seinem Tod wurde er zum „Märtyrer“ des Nationalsozialismus stilisiert und als soldatisches Ideal propagiert. Das Grab von Horst Wessel auf dem St. Marien- und St. Nikolai-Friedhof in Prenzlauer Berg wurde später zum Wallfahrtsort von Neonazis. Bis heute finden dort anlässlich seines Todestages klandestine neonazistische Gedenken statt.