Warum steigen die Register-Zahlen in Lichtenberg?

Das Lichtenberger Register existiert seit über zehn Jahren und genauso lang liegen nun statistische Zahlen über den Bezirk vor. Aus diesen ist ersichtlich, dass sich die Zahlen von 2007 bis 2014 zwischen 100 und 150 Vorfällen bewegten. Dabei gab es in den Anfangsjahren (2007 und 2008) eine Hochphase von Angriffen - was auch mit der damals hoch aktiven Neonaziszene zusammenhing - während 2011 eine Steigerung der Propaganda zu beobachten war.
In den letzten zwei Jahren ist die Anzahl der Vorfälle kontinuierlich angestiegen. Geht man bei den Vorfällen ins Detail, fällt als erstes die neu eingeführte Rubrik „Internet-Beiträge“ auf, die etwa 40 Vorfälle jährlich ausmacht. Dieser Bereich nimmt für rechte Akteure immer mehr an Bedeutung zu.
Darüber hinaus gab es in den Rubriken „Veranstaltungen“, aber vor allem „Propaganda“ eine deutliche Steigerung. Die Steigerung der Veranstaltungen ging in den letzten Jahren auf die massive Kampagen gegen Flüchtlinge zurück, aktuell vor allem auf die Stammtische mehrerer rechter Organisationen und Stände im Wahlkampf.
Die Steigerung der Propaganda zeigt einerseits eine gesteigerte Aktivität rechter Gruppierungen an, andererseits aber auch, dass immer mehr Menschen gefundene Propaganda melden (und entfernen) und auch, dass Neonazis und andere Rechte ihre Aktionen vermehrt im Internet dokumentieren und so eine Reichweite erzeugen, die die gesteckten Flugblätter einzeln nicht hätten.