Neonazi-Aktivitäten zum Todestag von Rudolf Hess in Lichtenberg, August 2017

http://berliner-register.de/sites/default/files/Reg_01.jpgIn den vergangenen drei Wochen haben Lichtenberger Neonazis etliche Aktivitäten für den verurteilten NS-Verbrecher Rudolf Hess entfaltet. Dabei wurden, vor allem an den Wochenenden ganze Gegenden mit Parolen wie "Rache für Hess" und "Das war Mord" besprüht, Plakate und Aufkleber für einen am Wochenende stattfindenden Aufmarsch geklebt. Dabei gingen die Neonazis auch gezielt gegen Kirchengebäude, Jugendklubs, Parteibüros und Wahlplakate vor. Die Berliner Register haben dazu einen Überblick veröffentlicht der [hier] zu finden ist.

In Lichtenberg wurden insgesamt zwölf Vorfälle gezählt:

24.07.17    
Am U-Bhf. Friedrichsfelde, in der Heinrichstraße und am Kaufland in der Sewanstraße wurden mehrere großflächige Schriftzüge mit Bezug auf den Todestag des Hitler-Stellvertretes Rudolf Hess festgestellt worden. Unter anderem „Rudolf Hess, gebt die Akten frei“, „Märtyrer des Friedens“, „Nazi Kiez“ und „Demokratie ist eine Lüge“.

27.07.17    
Im Rosenfelder Ring wurden mit Sprühschablonen mehrere Motive mit dem Spruch „Rache für Hess!“ auf dem Gehweg angebracht.

04.08.17    
Im Umfeld des S-Bhf. Lichtenberg wurden Aufkleber für den Rudolf-Hess-Aufmarsch in Spandau gefunden und entfernt.     

05.08.17    
In der Ursula-Goetze-Straße und umliegenden Straßen wurden Neonaziparolen („Rache für Hess“, „Das war Mord“ und „Nazi Kiez“) gesprüht. Sie wurden der Polizei gemeldet und entfernt.    

07.08.17    
In der Nacht zum Montag wurden die Scheiben des Linke-Büros in der Alfred-Kowalke-Straße mit Rudolf-Hess-Plakaten beklebt. Im Umfeld des U-Bahnhof Tierpark tauchten weitere Plakate, Aufkleber und Schriftzüge, unter anderem ein gefälschtes Polizei-Plakat, auf.    

08.08.17    
Im Rosenfelder Ring wurden mehrere Aufkleber mit der Aufschrift „Mord an Rudolf Hess – Gebt die Akten frei“ gefunden und entfernt.

13.08.17    
In den Straßen Am Tierpark und der Alfred-Kowalke-Straße wurden dutzende Aufkleber für den Rudolf-Hess-Aufmarsch in Spandau gefunden und entfernt.     

14.08.17    
Auf dem Gelände und an dem Gebäude des Jugendklubs Rainbow und des „Unabhängigen Jugendzentrums Karlshorst“ wurden mehrere Naziparolen angebracht, unter anderem „Rudolf Hess“, „NS rockt“, „Nazi Kiez“. Der Jugendklub verständigte die Polizei und entfernte die Schriftzüge.     

14.08.17    
In mehreren Karlshorster Straßen (Blockdammweg, Treskowallee, Marksburgstraße) wurden auf Wahlgroßplakaten und auf dem Gehweg Parolen für den Hitler-Stellvertreter Rudolf Hess angebracht. Unter anderem „Mord an Rudolf Hess“, „Rache“, „Unvergessen“ und „Das war Mord“).
     
14.08.17    
Am Montagmorgen wurden an der Kirche „Zur frohen Botschaft“ in der Weseler Straße mehrere Rudolf-Hess-Schriftzüge, unter anderem „Leichenschänder“ gewunden und entfernt.     

14.08.17    
Am Montagmorgen wurden an der Paul-Gerhard-Kirche in der Alfred-Kowalke-Straße mehrere Rudolf-Hess-Schriftzüge gewunden und entfernt.     

14.08.17    
In der Einkaufspassage am U-Bhf. Friedrichsfelde wurden heute mehrere gesprühte Schriftzüge für den Hitler-Stellvertreter Rudolf Hess gefunden.     

19.08.17
In der Nacht vor dem Hess-Aufmarsch wurden in den Straßen um den S-Bhf. Lichtenberg erneut etliche thematische Aufkleber verklebt.

19.08.17
Die Kneipe "Sturgis" in der Magaretenstraße war nach dem Aufmarsch in Spandau Anlaufpunkt für Berliner und auswärtige Neonazis.