Meldungen aus Lichtenberg im Dezember 2017

Im Dezember 2017 wurden vergleichsweise wenig Registervorfälle gemeldet. Unter den sechs Meldungen war jedoch eine rassistische Bedrohung und eine schriftliche Todesdrohung gegen Schwarze.
Weiterhin wurden im Dezember insgesamt sechs Angriffe und Betrohungen für die vorangegangenen Monate nachgemeldet. Die Taten waren rassistisch, antisemitisch, antiziganistisch und LGBTIQ-feindlich motiviert und spielten sich fast alle im öffentlichen Straßenland oder in Verkehrsmitteln ab.

Nachmeldungen:
26.06.2017
Ein 19 Jahre junger Mann wurde gegen 15.35 Uhr in der Josef-Orlopp-Straße von einem unbekannten Mann rassistisch beleidigt, an den Hals gegriffen und nach hinten gedrückt.

12.08.2017
Eine 14- und eine 16-jährige Jugendliche wurden gegen 20.30 Uhr in der Ahrenshooper Straße in Neu-Hohenschönhausen von zwei Unbekannten aus LGBTIQ-feindlicher Motivation beleidigt und mit einer Flasche beworfen.

14.08.2017
Ein 30-jähriger Mann, der gegen 9.15 Uhr mit seinem Partner in den Keller des Wohnhauses in der Scheffelstraße gehen wollte, wurde fast von einer herunter geworfenen Keramiksäule getroffen. Der 30-Jährige hat seit längerer Zeit Probleme mit einer 34-jährigen Nachbarin und einem 39-jährigen Nachbarn, die ihn aus LGBTIQ-feindlicher Motivation beleidigen.

30.08.2017
Am 30. August traf eine jüdische Frau zufällig einen ehemaligen Klassenkameraden an einer U-Bahn-Haltestelle in Rummelsburg und erkundigte sich bei ihm nach seiner beruflichen Situation. Der Mann antwortete: "Joa, Arbeit macht frei, ne?" Die Frau reagierte nur mit "Der Spruch passt für dich immer, wa?"

16.09.2017
Ein ca. 60-jähriger Mann beleidigte in einem Supermarkt in Rummelsburg eine Familie mit den Worten „scheiß Ausländer“.

21.10.2017
Eine Frau wurde in Hohenschönhausen rassistisch und antiziganistisch beleidigt und bedroht.

Meldungen für den Dezember 2017:
01.12.2017
In der Einbecker Straße wurden mehrere Aufkleber der „Identitären“ („Wehr dich“ und „Heimatverliebt“) gefunden und entfernt.

10.12.2017
In der Unterführung des S-Bhf. Betriebshof Rummelburg wurde der rassistische Schriftzug „N***** totmachen“ gefunden und entfernt.

14.12.2017
Mit einem Antrag in der BVV versuchte die Lichtenberger AfD, der Fach- und Netzwerkstelle „Licht-Blicke“ Gelder zu entziehen. In der Begründung wurde unter anderem das Lichtenberger Register herangezogen und die Arbeit von Licht-Blicke als nicht neutral bezeichnet. Weiterhin bezichtigte Heribert Eisenhardt die Bundes-SPD für das Anwachsen linksextremer Gewalt verantwortlich zu sein. Er stritt ab, dass es extrem rechte Akteure in der Lichtenberger AfD gäbe. Ein weiterer AfD-Antrag forderte eine Extremismusklausel bei bezirklich geförderten Projekten, weil angeblich der „erhebliche Teil“ der Anti-Rechts-Gelder in „linksradikalen Strukturen“ lande. Ein Antrag zu Einrichtung von Bäderzeiten für Frauen und Trans-Personen wurde von einem AfD-Verordneten für Polemiken genutzt. Der Antrag wurde als „Aprilscherz“ bezeichnet und eine Bedrohung von Transpersonen negiert. Ein Antrag zu Geflüchtetenunterkünften wurde von der AfD zum Ausspielen verschiedener Bevölkerungsgruppen genutzt. Es wurde gefragt, was man mit dem Geld alles umsetzen könne, wenn es nicht für Flüchtlinge ausgegeben werden müsse.

18.12.2017
Im Umfeld des S-Bhf. Lichtenberg wurden mehrere Aufkleber der Neonazipartei "Der III. Weg" und der "Autonomen Nationalisten Berlin" gefunden und entfernt.

31.12.2017
Eine 33-jährige Frau und ihre Familie wurde gegen 21 Uhr in der Rhinstraße von einem Mann mit Böllern beworfen. Als sie diesen damit konfrontierte beleidigte er sie rassistisch. Als der Mann der Betroffenen dazukam, floh der Täter.

31.12.2017
Die Lichtenberger NPD fokussierte sich in ihren Facebook-Beiträgen vor allem auf Gewalttaten, die von vermeintlichen „Fremdländern“, „männlichen Ausländern“ oder „südländischen Jugendlichen“ begangen wurden. Die NPD berichtete weiterhin über eine Pfefferspray-Verteilung an deutsche Frauen. Mehrere weitere Beiträge richteten sich gegen „Linkskriminelle“. Autobrandschiftungen wurden pauschal mit diesen in Verbindung gebracht.