18. August 2018: 770 Neonazis ziehen (auch) durch Lichtenberg

Ehttp://berliner-register.de/sites/default/files/hess.jpgtwa 770 Neonazis nahmen am 18. August an einem Aufmarsch in Gedenken an den Hitler-Stellvertreter Rudolf Hess teil. Die Route verlief vom Platz der Vereinten Nationen über die Landsberger Allee, Weißenseer Weg zum S-Bhf. Lichtenberg. Dort wurde eine Endkundgebung abgehalten. Vorher hatten Teile der Neonazis in Spandau eine kurze Kundgebung abgehalten, diese aber schnell beendet. Damit hatten sie große Teile des Protestes in Spandau gebunden.

Während des Aufmarschs von Friedrichshain nach Lichtenberg kam es zu Hitlergrüßen und NS-verherrlichenden Parolen. Aus der Veranstaltung gab es Versuche, Gegendemonstrant_innen zu attackieren. Angemeldet war die Veranstaltung von einem Berliner NPD-Funktionär. Die JN und Dortmunder Aktivisten der Neonazipartei "Die Rechte" übernahmen die Veranstaltungsstruktur.

Nachdem sich der Aufmarsch am S-Bhf. Lichtenberg aufgelöst hatte, blieben Teile der Neonazis im Kiez und verteilten sich in Kneipen und Restaurants. Aus mindestens einer Kneipe wurden rassistische Parolen gemeldet. In den folgenden Tagen verstärkten die Neonazi-Parteien NPD und "Der III. Weg" ihre Aktivitäten in Lichtenberg. Aus mehreren Kiezen wurden Aufkleber gemeldet. Es kam zudem zu zwei Bedrohungen, von denen eine sich direkt auf den Aufmarsch bezog.

Auf eine vorherige Mobilisierung für den Hess-Marsch hatten die Neonazis fast vollständig verzichtet. Das Thema und die Presseöffentlichkeit sei mobilisierend genug. Trotzdem ging die Teilnehmerzahl des Aufmarsch um fast die Hälfte zurück. Das APABIZ hatte im letzten Jahr rund 1.400 Neonazis gezählt.