13. September 2018: Die NPD und ihre "Schutzzonen"-Kampagne

Selten war die NPD so weit davon entfernt, auch nur lokal wirkmächtig zu werden. Ihre aktuelle Kampagne "Schafft Schutzzonen" kann darüber nicht hinwegtäuschen. Sie erfüllt nur den Zweck, skandalisierende Presseberichte zu erzeugen und vielleicht den einen oder die andere Bürger_in abzuholen, die aus persönlicher Verunsicherung nach Menschen sucht, die Schutz bieten können. Das Schutzangebot der NPD ist allerdings rassistisch aufgeladen. In ihrer Kritik an Polizei und Strafverfolgungsbehörden agiert die Partei offen antidemokratisch.

In Lichtenberg war die „Schutzzonen“-Kampagne bisher dreimal vertreten.
Einmal während einer NPD-Kundgebung am Prerower Platz (14.07. - 9 Personen), einmal auf dem S-Bhf. Lichtenberg (28.07. - 4 Personen) und nun als Reaktion auf eine Körperverletzung auf dem Freiaplatz (05.09. - 3 Personen). Die "Schutzzonen"-Aktion besteht meist aus einem Fotoshooting von mehreren NPDlern in Kampagnen-Westen. Die Fotos werden anschließend auf Facebook präsentiert. Dass im Rahmen der Aktionen weitere Aktivitäten entfaltet werden, selbst ob sich die NPDler längere Zeit vor Ort aufhalten, kann bezweifelt werden. Die Aktionen wurden von teils lokalen, teils auswärtigen NPDlern durchgeführt. Auch eine Wiederholung der Aktion ist unwahrscheinlich, weil der Promoeffekt der Aktion mit einem Foto bereits abgeschlossen ist. Die NPD legt es (in Berlin), aufgrund personeller Schwäche, nicht darauf an, an bestimmten Orten dauerhaft Präsent zu sein.

Ein Artikel der VICE hat in Berlin an den Orten nachgefragt, wo die „Schutzzonen“-Kampagne ihre Fotos gemacht hat:
https://www.vice.com/de/article/zmk3xj/schutzzone-auf-den-spuren-der-npd-streife-die-deutschland-sicherer-machen-will