Auswertung 2017 des Register Charlottenburg-Wilmersdorf erschienen

Titelseite der Broschüre 'Auswertung Register-Bericht 2017' des Register Charlottenburg-WilmersdorfDas Register Charlottenburg-Wilmersdorf hat am 13. März 2018 die Auswertungsbroschüre über das Jahr 2017 herausgegeben. In der Broschüre werden aktuelle Entwicklungen der neurechten und nazistischen Szenen in Charlottenburg-Wilmersdorf erläutert. Die Broschüre kann in niedriger Auflösung heruntergeladen werden (439 kB). Sie kann in gedruckter Form und in Farbe beim Register Charlottenburg-Wilmersdorf auch per E-Mail bestellt werden oder zu den Öffnungszeiten abgeholt werden.

Das Register Charlottenburg-Wilmersdorf recherchierte im Bezirk 246 rechte und diskriminierende Vorfälle im Jahr 2017, 7 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anstieg der Vorfälle seit 2013 fand fast komplett im Ortsteil Charlottenburg statt. Insgesamt setzte sich der Trend fort, dass sich die „Neue Rechte“ in Charlottenburg festsetzt. Dazu zählen unter anderem die Bibliothek des Konservatismus, die Identitäre Bewegung ein Firmennetzwerk und Teile der AfD.

139 Vorfälle ereigneten sich allein im Ortsteil Charlottenburg – wie auch in den letzten Jahren mit Abstand die meisten. Im Ortsteil Wilmersdorf gab es 31 Vorfälle, gering weniger als im Vorjahr. Die stärksten Anstiege gab es in Halensee und Schmargendorf. Rassismus war das häufigste Motiv (77). Antisemitische Vorfälle gab es am zweitmeisten (67). Sie stiegen stark an. Die Verherrlichung des Nationalsozialismus war noch selten (16), aber es gab einen deutlichen Anstieg.

Die Zahl der Propaganda-Vorfälle blieb konstant hoch (102). Veranstaltungen rechter Gruppen nahmen zu (52). Angriffe (18) gingen erstmals zurück. Auch Berlin-weit wurden weniger Angriffe als im Vorjahr erfasst. Angriffe sind meistens rassistisch motiviert. Im Frühjahr und Sommer gab es die meisten Vorfälle. Im 3. Quartal wurden 80 Vorfälle gezählt – so viele gab es beim Register in noch keinem Vierteljahr. Am meisten Vorfälle gab es im September (32) rund um die Bundestags-Wahl. Die wenigsten Vorfälle gab es direkt danach im Oktober. Im Durchschnitt passierte alle 1-2 Tage ein Vorfall.

In Berlin gab es 2800 Fälle, ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Im Berliner Vergleich stand Charlottenburg-Wilmersdorf an 5. Stelle der Berliner Bezirke. In den meisten Bezirken gingen die erfassten Vorfälle zurück – nicht so in Charlottenburg-Wilmersdorf.